U We Claus

 

Laurus nobilis

Gewidmet dem Andenken an

Georg Jappe (1936-2007)

 

         Im Œuvre von Joseph Beuys trifft man hin und wieder auf ein Pflanzenwesen, dem man, zumindest imaginär, auch an Werken im Park von Schloss Moyland begegnen kann – den im mediterranen Biom1 beheimateten, herbaromatischen Lorbeerbaum. Laurus, sein lateinischer Gattungsname, scheint durch den Wechsel des Anlautes von d zu l, in Zusammenhang zu stehen mit dáphne, seinem griechischen Namen, beziehungsweise mit dessen Nebenformen, etwa láphne bei Hesychios (5./6. Jahrh. u. Z) und mit griechischen Dialektformen, wie dem thessalischen daúchna oder dem kyprischen dauchmós. Im antiochenischen Daphni, wurde Apollon Daphnaeus in einem Hain besonders schöner Lorbeerbäume verehrt. Eine gemeinsame mediterrane Quelle des Pflanzennamens hat sich bislang jedoch nicht offenbart.2 Angesichts der religiösen Verehrung, die man dem Lorbeer als heiligem Baum des Apollon entgegengebrachte, erhielt er seinen Artnamen nóbilis bereits in der Antike.

         In den Warmzeiten des tertiären Erdzeitalters waren Lorbeerbäume auch hier, in Mitteleuropa verbreitet. Die folgenden Kalt- oder Eiszeiten des quartären Zeitalters, mit ihrer ausgedehnten Vergletscherung, deren einstmalige Anwesenheit in der Landschaft des unteren Niederrheins Joseph Beuys ja als durchaus noch gegenwärtig wahrgenommen hatte, bereiteten der Verbreitung des wärmeliebenden Lorbeerbaumes in unseren Breiten ein natürliches Ende. Erst durch die Kunst, durch den Menschen also, sollte dieser immergrüne Baum in der Antike dann wieder hierher zurückkehren. Wenn man sich das gesteigerte Interesse vergegenwärtigt, welches Joseph Beuys den keltischen Wurzeln seiner Heimatregion entgegenbrachte, spricht einiges für die Annahme, daß er die früheste erhaltene bildhauerische Darstellung des Lorbeerbaumes am unteren Niederrhein in seiner Jugend sah. Ich denke dabei an die Reliefdarstellungen von zwei fruchttragenden Lorbeerbäumen und eines Lorbeerkranzes3 auf einem Kalksteinblock, einem keltisch-römischen Opferstein4, der im ersten Jahrhundert5 unserer Zeit geschaffen wurde. Dieser Altar war der Gottheit Mars Camulus geweiht und wurde gestiftet von, in römischen Diensten stehenden, Soldaten aus dem gallisch-keltischen Reims, die am Ort des heutigen Rindern bei Kleve, stationiert waren. In seiner fast zweitausendjährigen Geschichte diente dieser sogenannte Mars Camulus-Stein dann verschiedenen Kulten6, heute ist er die Mensa des Hochaltars in der katholischen Pfarrkirche St. Willibrord von Rindern. Joseph Beuys, der ja in Rindern und Kleve aufwuchs, konnte den Mars Camulus-Stein, wenn er ihn den wahrnahm, allerdings nur auf der Schwanenburg in Kleve gesehen haben, da der berühmte Stein seit 1793 erst in der dortigen Antikensammlung und später, bis 1967 im Hof der Schwanenburg aufgestellt war.

         Eine unmittelbar künstlerische Reflexion auf die Lorbeerbaum- und Kranzdarstellungen des Steines lässt sich im Frühwerk von Beuys bislang nicht erkennen. Lediglich sein, wohl zwischen 1941 und 1943 entstandenes Gedicht,  Beethovenmotiv7 wird in der ersten Zeile eröffnet mit den Worten Lorbeerkranz um dunkles Haar [...]. Hier erscheint der Kranz als das, seit der Antike tradierte, Attribut all jener Dichter und Musiker, denen die apollinische Kraft innewohnt ihre Zuhörer zu begeistern, zu entrücken. Wie so oft bei Beuys ist es eine sprachliche oder schriftliche Äußerung, die eine Thematik bei ihm einleitet. So markiert dieser Gedichtanfang den Beginn von Beuys’ künstlerischer Beschäftigung mit dem Lorbeer als einem Wesen, das bis in die Gegenwart hinein auf das Engste verknüpft ist mit mythischen Motivkreisen8 in deren Zentrum die wohl vollkommenste Inkarnation des griechischen Genius steht – Apollon9 – der inspirierende, Visionen gewährende und mit Reinigungs-, Orakel- und Heilkräften ausgestattete Gott.

         Eine der ersten Taten des Kindes Apollon, auf dem Weg zu seiner künftigen Wohnstätte Delphi, ist die Überwindung des Drachens Python. Die ‚geflügelte Schlange’ war gegen Apolls Mutter, die von Zeus geschwängerte Titanin Leto, aufgestachelt worden, durch dessen eifersüchtige Gattin Hera. Da dem jungen Gott von Python, als ‚Wächter’ des delphischen Gaia-Orakels, der Weg verlegt wird, tötet ihn ‚der Ferntreffende Apollon’ in der wilden Tempe-Schlucht mit seinen Pfeilen. Sie sind seine bevorzugte Waffe und deuten den hyperboreeischen und schamanischen Charakter des Gottes an, spielt der Pfeil doch im ekstatischen Orakelwesen des eurasischen Schamanismus, von den Skythen bis nach Tibet eine zentrale Rolle. Befleckt durch die Tötung Pythons bedarf Apollon der Reinigung. Der Sage nach, reinigt er sich mit Hilfe von Lorbeerblättern vom Drachenblut10, bevor er als Sieger und ‚Befreier des Menschengeschlechts’ in Delphi einzieht. Den alleinigen Anspruch, die Arznei erfunden zu haben, reklamiert der kräuterkundige Gott fortan für sich selbst.

         In sein, mit zahlreichen Annotationen versehenes Exemplar des BLV Bestimmungsbuches Heilpflanzen Erkennen – Anwenden11, notiert sich Joseph Beuys auch den Lorbeer, dessen lanzettliches Blatt und schwarze Beerenfrucht ätherische Öle enthalten, aus denen u. a. grünes, körnig butterartiges Lorbeerfett gewonnen wird. Auf einige therapeutisch /medizinische Bezüge zum Lorbeer bei Beuys werde ich nachfolgend noch eingehen.

         Das bekannteste Lorbeer-Motiv im Mythos verkörpert sich jedoch in der keuschen Nymphe Daphne, die zur Personifizierung des dem Apollon heiligen Baumes wurde. Daphne, eine schöne Jungfrau und Tochter des Flussgottes Penëus, entzieht sich durch wilde Flucht Apollos erster Liebe und wurde auf ihr Flehen hin von ihrem Vater in einen Lorbeerbaum verwandelt, nach anderen Quellen von der Erde aufgenommen, die an ihrer Statt einen Lorbeerbaum aufsprießen ließ. Ovid erzählt diese Begebenheit mythischer Zeit im ersten Band seiner Metamorphosen. Auf attischen Vasen, Gemälden pompeanischer Wandbilder, durch Nicolas Poussin, im Marmorbildnis Apoll und Daphne von Bernini, sowie in zahlreichen Opernstoffen, ist diese Verwandlung in den verschiedensten Kunstgattungen immer wieder behandelt worden.

         In seinem 1972 geschriebenen GESPRÄCH12, einem fiktiven Gespräch und literarischen Werk, mit dem Joseph Beuys auf James Joyces Spätwerk Finnegans Wake reagiert13, wird diese mythologische Verwandlung bei der Diskussion einer frühen Beuyszeichnung angesprochen: [...] Entfernter stößt man auf Sinnschichten (schwer greifbar die Indizien) die vegetabile Metamorphosen, etwa die der Daphne enthalten [...].14 Schwer greifbar, weil flüssig, erscheint der Lorbeer als Aq. Dest. Fol. Laur.15 in Joyces Ulysses, in dem der irische Dichter auch eine miss daphne bays16 auftreten lässt. Um 1963 integriert Beuys ein Exemplar des Ulysses17 in eine temporäre Werkinstallation auf dem Fenstersims seines Atelier/Wohnraumes18. Ein Ensemble, von dem Antje von Graevenitz und Christa-Maria Lerm Hayes wohl zu recht bemerkten, es erwecke den Anschein einer Aufstellung von Devotionalien, nach Art eines Hausaltars19. Zu dieser temporären Installation gehörte auch das, heute in Moyland aufbewahrte, joyceanesque Objekt Haarbürste.20 Für den ‚Griff’ dieser aus Fichtennadeln, Fett, Wachs, Schnur und Holz zusammengesetzten Haarbürste verwendet Beuys einen am Ende abgebrochenen, geraden Ast, dessen schwarze, glatte Rinde die Abstammung von einem Lorbeerstrauch durchaus nicht verleugnet. Ist diese Bürste im gegebenen Zusammenhang zu verstehen als Beuys’ plastisch gestische Reflexion auf jenen beschrifteten, metallenen Hundekamm, den Marcel Duchamp für die Titelgestaltung der Zeitschrift transition im Winter 1937 verwendet hatte, in der Joyce Teile seines Wake als Work in Progress vorab drucken ließ? Duchamps Hundekamm, witzelte Joyce, was the one used to comb out Work in Progress.21 Und traf Beuys also hier, vor seinem ‚Hausaltar’ auf den Geist des Dichters, nicht ohne zuvor sein Hinterhaar gestrählt und skrupulös gebürstet zu haben22, um den ‚Auftrag von James Joyce’ entgegenzunehmen ‚den Ulysses um 2 weitere Kapitel’ zu ‚verlängern’, wie er es im folgenden Jahr in seinem Lebenslauf Werklauf formulieren wird?23 Eine gar reizvolle Vorstellung. Taugt Beuys’ fragil-zerbrechliche Haarbürste auf dem Fenstersims, mit den in Fett gefassten Fichtennadelborsten, doch zu keiner anderen Verwendung, als einer gänzlich imaginären. 

         Ob Lorbeer auch in Beuys umfangreicher Substanzenliste mit dem Titel Speisekarte für Wenzeslaus (1961)24 aufgeführt ist, diese Liste war gleichfalls Bestandteil des auf dem Fenstersims installierten Ensembles, konnte bislang nicht geklärt werden. Das Lorbeermotiv der Substanzumwandlung und Metamorphose würde eine Auflistung nahelegen. Beuys gab seinem 1961 geborenen Sohn Boien Wenzel täglich eine der in dieser Liste aufgeführten mineralischen, vegetabilen und tierischen  Substanzen in kleinster Dosierung25. Es wird Beuys wohl nicht verborgen geblieben sein, daß Lorbeerbäume durchaus mehrere hundert Jahre alt werdenden können, und seit der Antike im guten Ruf stehen vor ansteckenden Krankheiten, vor Zauber, Feuer und Blitz zu schützen. 

         Apolls Heiligtum in Delphi bestand wohl zunächst, aus einem (gepflanzten) Hain von Lorbeerbäumen mit einer aus Lorbeerzweigen geflochtenen Hütte. Im Laufe der Jahrhunderte wurden dort fünf weitere Versionen seines Tempels errichtet, den Vorraum des letzten Tempels schmückten Inschriften der ‚Sieben Weisen’.26 Wenngleich Delphi schon seit jeher eine ehrwürdige Orakelstätte gewesen war, veränderte sich doch durch die Ankunft Apollons die religiöse Ausrichtung. So weckten, jene durch Apollon hervorgerufenen Visionen, in vielen Aspekten mit der schamanistischen Tradition vergleichbar, die Einsicht und führten die Betroffenen zur Meditation, wodurch sie schließlich Weisheit erlangten. Das Orakel wurde an einem vorbestimmten Tag durch die Pythia, die man unter den delphischen Bäuerinnen auswählte, sowie eine, der Beratung beiwohnende Prophetin ausgeführt. Allein der Phytia war es gestattet, die glänzenden Blätter des heiligen Lorbeerbaumes zu pflücken. Nach Mircea Eliade haben, das Kauen von Lorbeerblättern durch die Phytia, die Räucherungen mit Lorbeer und das Wasser aus der Quelle Kassotis, das sie trank, keinerlei berauschenden Eigenschaften und können die weissagende Trance allein nicht erklären.27 Wenngleich sich eine einstmalig psychoaktive Wirkung heute nicht mehr beweisen lässt, so weiß man doch, daß bereits mesopotamische Kulturen den Lorbeer wegen seiner Kraft Verborgenes zu schauen, als kultisches Räuchermittel verwendet hatten, und sich diese Vorstellung ungebrochen bis in die frühe Neuzeit hielt.

         In einem mit weißer Gouache bemaltem Schieferrelief28 von 1951, in einer danach angefertigten Sepiazeichnung, Sibilla – Pythonissa29 von 1954 und in der Bronzeplastik Sybilla Justitia/Pythia30 von 1957 zeigt Joseph Beuys die delphische Seherin en face mit weit geöffneten Augen. Joseph Beuys besucht Delphi, diesen ‚Mittelpunkt der Welt’, als er im Winter 1982/83 mit seiner Familie nach Griechenland reist31.

         Im Park von Moyland verbindet sich mit dem geschilderten Motivkreis The Spinning Oracle from Delphi. Eine vergoldete, henkellose Amphora, welche knapp über der Wasserfläche des Schlossteiches zu schweben scheint. Sie wurde im Jahre 1986 vom dem mit Beuys befreundeten amerikanischen Künstler James Lee Byars geschaffen.

         Zwei Lorbeerblätter, gleichfalls vergoldet, hatte Joseph Beuys einem Werk32 beigelegt, das er 1965 begann und zehn Jahre später fertig stellt. Die beiden Blätter liegen, zusammen mit einer Rasierklinge und einem gerissenen Papierstreifen mit der titelgebenden Aufschrift notfalls leben wir auch / ohne Herz, auf einer gefalteten und mit Braunkreuz’-Ölfarbe monochrom bemalten Zeitungsseite der FAZ, daneben ein altes Buch, in das Elektrokardiogramme mit dem Herzrhythmus von Joseph Beuys eingelegt sind, doppelt mit ‚Braunkreuz’, mit einem Hauptstrom-Stempelabdruck und der Signatur des Künstlers versehen. Das 1788 in Paris erschienene Buch von Jean-Jacques Barthélemy, – im Frontispiz wiederum bezeichnet mit notfalls leben wir auch ohne Herz, Joseph Anacharsisclootsbeuys und einer weiteren Signatur von Beuys auf dem inneren Titelblatt, – ist der vierte Band des Reiseromans V O Y A G E / DU JEUNE ANACHARSIS / EN GRĖCE, / DANS LE MILIEU DU QUATRIĖME SIĖCLE / AVANT L ’ĖRE VULGAIRE. Der junge Anacharsis der Erzählung ist ein skythischer Prinz auf seiner Reise durch das Griechenland der klassischen Epoche. Später wird er zu den ‚Sieben Weisen’ gezählt werden. Nach ihm hatte sich ‚Der Redner des Menschengeschlechts’, Jean Baptist ‚AnacharsisCloots aus Gnadenthal bei Kleve genannt, mit dem sich wiederum Joseph Beuys identifiziert, wie an der ausgefallnen Signatur des Werkes abzulesen ist. Die beigegebene, zweischneidige Rasierklinge lässt sich einerseits wohl mit der Abnabelung vom Mythos33, andererseits mit dem Durchtrennen des Lebensfadens in Verbindung bringen, war Anacharsis Cloots doch am 24. März 1794 unter der Guillotine dem Staatsterror Robespierres zum Opfer gefallen. Beuys ist die Voyage de jeune Anacharsis en Grèce einige Tage nach seinem ersten Herzinfarkt am 1. Juli 1975 von seinem Sammler Reiner Speck geschenkt worden. Bei dem gerissenen Papierstreifen, mit darauf notiertem Titel, scheint es sich um das Fragment eines ursprünglich in vier Teile gerissenen, blutbefleckten, heute im Nachlass von Beuys verwahrten Blattes34 zu handeln, auf denen der Künstler verschiedene Fassungen seiner AnacharsisClootsBeuys-Identifikation durchspielt und nach einer Formulierung sucht, die uns den rätselhaften Titel aufklärt: notfalls leben wir auch ohne Herz / wenn der bestehende Terrorismus / des Staates uns des Herzens vollends /beraubt  das Herz [...] wenn der Terrorismus des /dieses Staates uns dessen beraub / im Zerfleischen dessen / Erfolg haben sollte. [...] Das unterste dieser Fragmente besiegelt er durch den Stempel der FREE INTERNATIONAL UNIVERSITY.

         Um sich von seinem Herzinfarkt zu erholen reist Beuys noch im Sommer 1975 zur Behandlung in das Solbad Rothenfelde am Fuß des Teutoburger Waldes. Später wird er Caroline Tisdall eine dort entstandene Arbeit35 geben, die sich als eine Vegetationshierophanie charakterisieren lässt. Beuys bezeichnet sie mit den Worten: That’s what I had on my Arm in Rothenfelde, – mit Heftpflaster ist ein Reis Lorbeerblätter und eine Vogelfeder montiert auf eine schwarze Photopapiertasche. Hatte Beuys hier, in der Nähe der einst bedeutenden Kultstätte der Externsteine, an das Land der Hyperboreer gedacht, in welches Apollon auf seinem von Schwänen gezogenen Wagen geflogen war, als der junge Gott sich aus Delphi zurückzog? Unter den Arbeiten, die der Rekonvaleszent Beuys in Rothenfelde schuf und später für Caroline Tisdalls Sammlung Bits & Pieces arrangierte, findet sich neben einer Liste der medizinischen Behandlungen, denen er sich unterzog, Bezügen zu den Externsteinen36 und zu Anacharsis Cloots, auch ein als Gradually a battered Tartar37 bezeichnetes Blatt. Dieser ‚sich allmählich nach oben hin verjüngende und auch übel zugerichtete Tatar’38 ist niemand anderes als Beuys selbst. Die Tataren und vor ihnen die Skythen sind Bewohner jener Region Eurasiens unter der sich die Griechen das Land ‚jenseits des Boreas’, das heißt, jenseits des Nordwinds, vorstellten. Im Grunde gehört ein solches Land jedoch einer mythischen Geographie an, sind die Hyperboreer ein heiliges Geschlecht von Heroen, das weder von Krankheiten, noch vom Alter heimgesucht wird.39

         Woher bezog Beuys nun die Lorbeerblätter, die er seinem Werk eingliedert? Lucrezia De Domizio, die von Beuys erstem Besuch in den italienischen Abruzzen im Frühjahr 1972 berichtet, schreibt: „Am Spätnachmittag reiste er nach Düsseldorf ab, nahm sich einen kleinen Strauss Lorbeer und Rosmarin mit, seinen Favoriten, die er sich an dem langen Pfad gepflückt hatte, der zur Villa San Silvestro führt.“40 Dieses Bouquet41, eingeschlagen in eine Papierserviette, gibt Beuys sodann an Caroline Tisdall weiter. Getrocknet ist der Strauss auf eine Pappe montiert, darauf notiert Beuys: Proposition (?) for the people who are terrific in Foggia. Die Ländereien von Baron Buby Durini und seiner Frau Lucrezia De Domizio bei Pescara und Bolognano in den Abruzzen wird Beuys von nun an immer wieder besuchen. Im Rahmen seines Projektes 7000 Trees Bolognano, das die Pflanzung eines Arboretums mit siebentausend verschiedenen Gehölzarten vorsieht, wird 1984 in der Piantagione Paradise bei Bolognano auch ein Exemplar des Laurus nobilis L. gepflanzt.42 Auch in seinem Atelierhof in Düsseldorf43 zieht sich Beuys in Töpfen neben Myrthe, Granatapfel und Zitrone zwei Lorbeerbäumchen, die er als Huldigung an Italien, besonders an die geliebte Stadt Neapel betrachtet.44         

         Ein Haselnuss-Stock45, den Beuys 1970 in seinen Aktionen Celtic (Kinloch Rannoch) Schottische Symphonie46 in Edinburgh und Celtic + ~~~ in Basel verwendet hatte und der dann später in die Raumplastik DAS KAPITAL-RAUM 1970-197747 einging, wurde – als der Stock abhanden gekommen war – von Beuys ersetzt durch einen Lorbeer-Stecken48. Angesichts der apodiktischen Haltung, die Beuys gegenüber dem exzessiv-aggressiven Gebaren des Kapitalismus einnimmt, scheint er mit diesem Stock auch eine Kraft anzudeuten, die man dem Lorbeer seit jeher nachgesagt hat, seine Macht, dem Wahnsinn Verfallene zu besänftigen.

         In zwei Multiples49 verwendet Beuys in den 1970er Jahren echte amerikanische ONE-DOLLAR-Noten. Zur graphischen Gestaltung dieser Banknote gehören auch fruchtende Lorbeerzweige. So trägt der Weißkopfseeadler im großen Siegel der Vereinigten Staaten, in seinen Fängen rechts einen Lorbeerzweig und links ein Pfeilbündel50, das umseitige Portrait George Washingtons ist gleichfalls mit fruchtenden Lorbeerzweigen geschmückt. Die allegorische Kraft eines Lorbeerblattes aktiviert Joseph Beuys dann nochmals in der Gestaltung zweier Stempel, die er 1979 entwirft und bis zum 23. Januar 1983 verwenden wird, also auf den Tag, bis drei Jahre vor seinem Tod. Um ein horizontales Lorbeerblatt, vor dessen Spitze ein fünfstrahliger Stern steht, sind in einem Oval – einer strahlenförmigen Aura gleich – zweiunddreißig Buchstaben angeordnet: zum EUROPA-PARLAMENT wählt DIE GRÜNEN / die einzige ALTERNATIVE für EUROPA51. In einer weiteren Fassung des Stempels wird der Text von Beuys dann reduziert auf die Worte wählt DIE GRÜNEN52.

         Im Eichen-/Buchen-/Lebensbaum-Hain hinter dem Schloss Moyland umgibt eine steinerne Girlande aus Lorbeerblättern das Wappenschild im Mausoleum der Stifterfamilie von Steengracht. Da sich die klimatische Tendenz zu immer milderen Wintern fortsetzen, könnten am Niederrhein und in diesem Schlosspark (derzeit als Kübelpflanzen im Hof der Vorburg) auch wieder wärmeliebende Lorbeerbäume wachsen, als lebendige Verkörperung prophetischer Kraft, unaufhörlicher Metamorphose und zum Ruhme eines großen Künstlers von apollinischer Heiterkeit, dessen Werk hier gehütet wird.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Anmerkungen:

 

1 Myers, Norman, Biomes, in: The Biosphere Catalogue, Synergetic Press, Tucson, 1985. Ein Hauptbegriff der Biosphärenforschung, bezogen auf großräumige Komplexe von Lebensgemeinschaften, Böden und Klimaten in charakteristischen geographischen Regionen.

 

2 Genaust, Helmut, Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen, 3. vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage, Basel 1996

 

3 Zumeist besteht die Darstellung der corona civica aus einem von zwei Lorbeerbäumen eingefassten Eichenkranz, der Kranz auf dem Mars Camulus-Stein ist jedoch eindeutig, wie bei einer corona triumphalis aus Lorbeerblättern gebildet.

 

4 Nach Mircea Eliade ist die Kombination Stein – Baum – Altar, ein ‚wirklicher Mikrokosmos’ in den ältesten Schichten des religiösen Lebens. Eliade, M., Die Religionen und das Heilige / Elemente der Religionsgeschichte, Frankfurt am Main 1998, S. 307

 

5 Zur Zeit der Regentschaft Kaiser Neros (54-68 u. Z.)

 

6 Religionsgeschichtlich ist diese Umwidmung eines heidnischen Opferaltars für eine römisch-katholische Kirche eine Besonderheit. In der Spätantike vorgenommene Eingriffe legen zudem eine zeitweilige Nutzung im Mitraskult nahe.

 

7 Handschriftliches Gedichtmanuskript, abgedruckt in: Joseph Beuys Das Geheimnis der Knospe zarter Hülle / Texte 1941 – 1986, V14, Hrsg. Beuys,  Eva, München 2000, S. 295

 

8 In seinem, am 7. Dezember 1970 geführten Gespräch mit Hans van der Grinten stellt Beuys seine differenzierte Haltung zu mythischen Ebene des Bewusstseins wohl am prägnantesten dar. Als Kritik der, einem selbstbewusste[n] Denken des freien Individuums, durchaus hinderlichen Bindungen, etwa an Blutverhältnisse, Clanverhältnisse, bestimmte Gruppen oder Kollektive einerseits und für ein erweitertes Bewusstsein in dem alte mythische Inhalte aktuell werden andererseits. Nach einer Tonbandaufzeichnung, abgedruckt im Kat. Joseph Beuys Moderna Museet Stockholm 1971, unpaginiert.

 

9 Drei 1977 entstandene Multiples von Beuys tragen den Namen des Gottes im Titel: Wirtschaftswert APOLLO, bestehend aus einem ‚romi’ Margarinebecher und der Postkarte mit der Aufschrift wer nicht denken will fliegt raus / sich selbst (Schellmann Verzeichnis 208, im folgenden abgekürzt SV), APOLLO mit Beuys (SV 212) und Denkend sehen (APOLLO) (SV 213). Sie wurden herausgegeben von der Edition Staeck, Heidelberg. Bereits auf dem 1941, in Weimar entstandenen, Belvedereblatt schreibt Beuys im Gedicht Nordischer Frühling die Zeilen: [...] Der Mensch wandelt durch sein/ Genie und seinen faustischen Willen das dionysische ins/ apollinische    Apollo u. Dionysos/ nordische Mythologie, Sammlung van der Grinten, Museum Schloss Moyland. Abb. u. Lit. in: Joseph Beuys Wasserfarben / Watercolours 1936 – 1963, Frankfurt am Main, Berlin, Wien 1975, Kat. Nr. 2; auch Schade, Werner, Ausgehend von einer frühen Zeichnung in: Joseph Beuys-Tagung Basel 1.-4.Mai 1991, Basel 1991, S. 13 ff.. In der Symbolsprache der Alchemie steht Apollon für die Sonne.

 

10 Im Blute Pythons lag die Fähigkeit zu seherischer Erkenntnis verborgen, die sich auf Apollon überträgt. Vergleiche hierzu den nordischen Mythos von Sigurd/Siegfried, der nach dem Bade im Blut des von ihm erschlagenen Lindwurms Fafnir, die Fähigkeit erlangt, die Sprache der Vögel zu verstehen.

 

11 BLV Bestimmungsbuch Heilpflanzen Erkennen – Anwenden Schauenberg, Paul / Paris, Ferdinand, aus dem Französischen übersetzt und bearbeitet von Prof. Dr. H. Wagner, Direktor des Instituts für pharmazeutische Arzneimittellehre der Universität München. Das Buch befindet sich im Nachlass Joseph Beuys, Düsseldorf. Den Hinweis darauf verdanke ich Volker Harlan.

 

12 Joseph Beuys Zeichnungen 1947 – 59 I / Gespräch zwischen / Joseph Beuys und / Hagen Lieberknecht / Geschrieben von Joseph Beuys, Köln 1972, S. 7 - 20

 

13 Lerm Hayes, Christa-Maria, James Joyce als Inspirationsquelle für Joseph Beuys, Hildesheim, Zürich, New York 2001, S. 209 ff.; in Joyces Finnegans Wake erscheint Lorbeer etwa als superexuberabundancy plenty laurel leaves (FW 612.5), sainted lawrels evremberried (264.26), basque of bayleaves (121.5), the Bayleaffs [bailiffs] (421.12), lafing light throw those laurals now on her daphdaph teasesong petrock (203.30,31), crowning themselves in lauraly branches (397.15) und in mauves of moss and daphnedews (556.18). Literarisch äußert sich Beuys zu diesem Werk von Joyce im GESPRÄCH (S. 8) folgender maßen: [...] (Trotzig) Finnegans Wake werde ich auch noch mal machen.

 

14 Siehe Anmerkung 12, S. 15 und Tafel 1

 

15 Im Lotophagen-Kapitel. Aq. Dest. steht für destilliertes Wasser, Fol. Laur. für Lorbeerblätter. Zitiert nach der, 2004 in Frankfurt am Main herausgegebenen und kommentierten, von Hans Wollschläger übersetzten Ausgabe von James Joyce Ulysses, S. 121

 

16 Im Kyklop-Kapitel. Siehe Anm. 15, S. 484 f.

 

17 Dabei handelt es sich um die in Zürich von Carola Giedion-Welcker herausgegebene Ausgabe von 1956 in der Übersetzung von Georg Goyert); siehe dazu Lerm Hayes (Anm. 13) S. 29 ff., 197 ff.

 

18 Dokumentiert durch eine Photographie von Eva Beuys. Abb. in Lerm Hayes, S. 389 und dieselbe, JOYCE IN ART, Dublin 2004, S. 233.

 

19 Lerm Hayes a.a.O., S. 107

 

20 Joseph Beuys Haarbürste 1963, Sammlung van der Grinten, heute aufbewahrt in der linken Vitrine von Raum 44 im Museum Schloss Moyland (1996 hatte ich sie mit Hans van der Grinten in seinem Haus in Kranenburg für den Umzug nach Moyland eingepackt). Abb. in: Joseph Beuys Moderna Museet, Stockholm 1971, Kat. Nr. 150.

 

21 Siehe Lerm Hayes JOYCE IN ART, a.a.O., S. 32

 

22 Joyce, James, Ein Porträt des Künstlers als junger Mann, zitiert nach Ellmann, Richard, James Joyce Biographie, Frankfurt am Main 1999, S. 879

 

23 JOSEPH BEUYS : Joseph Beuys Lebenslauf Werklauf [...] 1961 [...] Beuys verlängert im Auftrag von James Joyce den “Ulysses” / um 2 weitere Kapitel (1964) Maschinenschrift, 2 Blätter, Sammlung Armin Hundertmark, Köln. Erstmals publiziert im Programmheft des festival der neuen kunst, Technische Hochschule Aachen, 20. Juli 1964. Abb. in: Joseph Beuys Kunstmuseum Basel 1969, S. 4 f.; Schneede, Uwe M., Joseph Beuys Die Aktion, Ostfildern-Ruit 1994, S. 49

 

24 Das Werk ist ein mit Tinte beschrifteter, auf der Seite stehender, zusammengerollter Papierstreifen und wird in Vitrine 6, Raum 5 des Block Beuys, im Hessischen Landesmuseum in Darmstadt aufbewahrt. Durch die Aufstellung ist lediglich ein Teil der Liste einsehbar, nach Auskunft des Kustos Dr. Klaus-Dieter Pohl verfügt das Museum derzeit über keine vollständige Transkription.

 

25 Beuys, Eva, Wenzel, Jessyka, Joseph Beuys Block Beuys, München 1990, S. 194

 

26 Darunter dieses berühmte GNWQI SAUTONgnothi seauton – ‚Erkenne dich selbst’, welches Phemonoe, der 1. Pythia zugeschrieben wird, bzw. dem spartanischen Staatsmann Chilon (Mitte des 6. Jahrhundert v. u. Z.), der es wohl als Orakelspruch so erhalten hatte. 

 

27 Eliade, Mircea, Geschichte der religiösen Ideen, Band 1, Olympier und Heroen § 90 Orakel und Reinigung, Freiburg, Basel, Wien 1978. S. 252

 

28 In Zinkkasten, 3 x 50,5 x 39 cm, Privatsammlung. Abb. in: Block Beuys, a.a.O., S. 342

 

29 62 x 84 cm, Privatsammlung. Abb. in: Kat. Joseph Beuys Natur Materie Form, Düsseldorf 1991, Kat. Nr. 83

 

30 In Getlinger photographiert Beuys 1950/1963, Köln 1990, Kat. Nr. 69, ist der 1961 in Kleve entstanden Photographie der Bronze durch Fritz Getlinger noch der Titel Sybilla Justitia/Pythia, 1957 zugeordnet. Im vom Nachlass Beuys herausgegebene Band zum Block Beuys, zu dem einer der zwei Güsse der Arbeit gehört, ist die  weitere Titelgebung durch Beuys bis etwa 1979 dokumentiert, der Titel ist seither SYBILLA 1957.

 

31 Adriani, Konnertz, Thomas, Joseph Beuys, Köln 1994, S. 189

 

32 Joseph Beuys Notfalls leben wir auch ohne Herz 1965/1975, Sammlung Reiner Speck, Köln, Abb. in: Sammlung Speck, Köln 1996, Kat. Nr. 101; JOSEPH BEUYS JUST HIT THE MARK jeder Griff muß sitzen WORKS FROM THE SPECK COLLECTION, London, New York 2003,Kat. Nr. 30; auch Speck, Reiner, Notfalls leben wir auch ohne Herz in Deutsches Ärzteblatt, Jg. 83, Nr. 6, 5.2.1986, Köln 1986, S. 343-345; Ausführlich in Scholten, Simone, ‚Ausgehen muss man von dem, was gegenwärtig ist’, in: Joseph Beuys ‚Strassenbahnhaltestelle’ Ein Monument für die Zukunft, Museum Kurhaus Kleve 2000, S. 48 ff.

 

33 Siehe Anmerkung 8

 

34 Wie Anm. 7, S. 495; Wiederabgedruckt in: Joseph Beuys Zeichnungen, Staatliche Kunsthalle Karlsruhe, Karlsruhe 2006, Kat. Nr. 135

 

35 Ohne Titel 1975, Sammlung Bits & Pieces, Caroline Tisdall, London. Abb. und Lit. in: Tisdall, Caroline, BITS & PIECES A Collection of Works by Joseph Beuys from 1957 – 1985 assembled by Him for Caroline Tisdall, Edinburg, Bristol 1987, Kat. Nr. 95; dieselbe, JOSEPH BEUYS WE GO THIS WAY, London 1998, S. 242 f.

 

36 Joseph Beuys Thusnelda 1975, Bleistift, Assemblage, die zurückgeht auf Beuys’ und Caroline Tisdalls Besuch der Externsteine. Thusnelda ist Tochter des, den Römern gegenüber freundlichen Cheruskerfürsten Segestes und Gattin Armins, der sie etwa 14 u. Z. gegen den Willen ihrer Familie heiratet. Von ihrem Vater wurde sie 15 u. Z. an die Römer ausgeliefert.

 

37 Gradually a battered Tatar 1975, Kugelschreiber. Ebda., Kat. Nr. 92

 

38 Es liegt in der Natur der Sache, daß mein Übersetzungsversuch des von Beuys hier gegebenen englischen Titels lediglich eine Möglichkeit darstellen kann, sich diesem rätselhaften Satz interpretierend anzunähern.

 

39 Mircea Eliade schreibt, Pindar zitierend, daß die Hyperboreer tausend Jahre alt werden können; sie kennen weder Arbeit noch Kämpfe und verbringen ihre Zeit mit Tanz und Leier- oder Flötenspiel. Auch führt er Bacchylides Erzählung an, daß Apollon Kressos und dessen Töchter zum Lohn für ‚ihre Frömmigkeit’, zu den Hyperboreern brachte. Es handele sich, so Eliade, also um einen paradiesischen Ort, vergleichbar mit den Inseln der Seligen, zu denen die Seelen der Heroen gelangen. A.a.O.: Olympier und Heroen § 89 Apollon: aufgehobene Widersprüche, S. 250

 

40 De Domizio Durini, Lucrezia, JOSEPH BEUYS SCULPTOR OF SOULS OLIVESTONE, Mailand 2001, S. 28. Übersetzung durch den Verfasser.

 

41 Joseph Beuys Bouquet 1972, Sammlung Bits & Pieces, a.a.O., Kat. Nr. 40

 

42 Bei meinem Besuch des Arboretums im September 2002 mit Prof. Dr. Heribert Schulz fand ich auch einen jungen Lorbeerbaum.

 

43 In Mitteleuropa werden, seit der Zeit Ludwig des XIV., Lorbeerbäume in Eingangshallen und Wintergärten kultiviert.

 

44 Stachelhaus, Heiner, Joseph Beuys, Düsseldorf 1988, S. 218

 

45 Joyce hatte im Ulysses den Gott Apollon strukturell mit Coll, der irisch, keltischen Bezeichnung für die Haselnuss verknüpft. Haselnüsse sind in der irischen Mythologie Zeichen der Weisheit.

 

46 Schneede, Uwe M., Joseph Beuys Die Aktionen, Ostfildern-Ruit 1994, S.  266 ff., 274 ff.

 

47 Rauminstallation in den ‚Hallen für neue Kunst’ Schaffhausen. Abb. u. Lit. in: Kramer, Mario, JOSEPH BEUYS DAS KAPITAL RAUM 1970-1977, Heidelberg 1991

 

48 Diese Information verdanke ich Mario Kramer.

 

49 Notice to Guests 1974, SV 139 und Dollarnoten 1978, SV 245, beide Multiples hrsg. von der Edition Staeck, Heidelberg. Im ersten Multiple von 1974 signiert Beuys die Dollarnote mit dem Namen des Gangsters John Dillinger, im zweiten Multiple von 1978, das er zusammen mit Klaus Staeck gestaltet, mit Dillinger, Staeck bedruckt seine Dollarnote mit dem Text GUTSCHEIN/ 1 us $/ Keine Einlösegarantie/Der Präsident/ Staeck/Spart Energie damit unsere amerikanischen/ Freunde noch mehr verschwenden können

 

50 Hier klingt noch ein anderes kosmologisches Motiv an, der tägliche Kampf des Adlers mit dem Drachen (etwa in der Völuspa, der Aufzeichnung der Seherin in der nordischen Edda).

 

51 Der Stempel ist u.a. eingesetzt in dem Multiple Europa-Parlament 1979, (nicht im SV) Karteikarte aus der DDR, grauer Karton, gestempelt und signiert, 10,7 x 14,9 cm, Auflage 4 Expl., hrsg. Edition Staeck, Heidelberg.

 

52 Der Stempel ist u. a. eingesetzt in den Multiples Wortmeldung 1979 (nicht im SV) gestempelte und signierte Karte von Parteitag der Grünen, 10,5 x 14,8 cm, Auflage 4 Expl., hrsg. Edition Staeck, Heidelberg, und Stimmzettel 1980 (SV 322), Stimmzettel zur Bundestagswahl, gestempelt, signiert und nummeriert, Auflage 221 Exemplare, hrsg. art aktuell, Willi Bongard, Köln.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

zur Information:

Einige Arbeiten von U We Claus

mit Bezug zu den Themenkreisen

Lorbeer, Apollon, Metamorphose, Drachen und

Anacharsis Cloots

 

[zu Apollon und Metamorphose]

zur documenta 7

Sommer 1982

im Apollozelt der Free International University (Karlsaue)

Aktion von Walter Carl Giskes und U We Claus

Da sagt FLUXUS:

Macht Steine zu Brot!

48 Stunden im Apollozelt

Photographien von U We Claus und Thilo Götze Regenbogen, Kriftel/Taunus

.................................................................................................................................

[Anacharsis Cloots, zum 200. Todestag]

Im Museum Katharinenhof in Kranenburg

1994 kuratiert von Hans van der Grinten:

U We Claus  élan climatique – von der Aufklärung zur Erleuchtung und vice versa – dem Andenken an Anacharsis Cloots 1752-1794 gewidmet

auch ein von U We Claus gestaltetes Plakat zur Ausstellung mit diesem Text

.................................................................................................................................

[zum Lorbeer]

Am Dienstag, dem 30. April 1996 führte U We Claus

eine Aktion im Hof des Fluxum in Wiesbaden auf, Titel:

offering : Laurus nobilis

als Beitrag zum HarlekinArt Event:

George Maciunas – Mr. Fluxus

30. April, 1. Mai 1996

Die Aktion wurde photographiert von Burkhard Rosskothen,

Videographie Ira Schneider und Sara Seagull.

Die Residuen der Aktion, eine kleine Blechschachtel mit Holzkohle, Lorbeer-Blättern und Zweigen, sowie ein mit rotem Filzstift beschriftetes, perforiertes Papier mit dem Titel

offering : Laurus nobilis

befinden sich in der Sammlung von Dorothee und Eric Andersch, Düsseldorf

Im Publikum:

Emmett William, Ann Noel, Ben Patterson, Alison Knowles, Larry Miller, Sara Seagull, Louise Landes Levi, Ira Schneider, Takako Saito, René Block, Hans Sohm, Francesco Conz, Dorothee und Eric Andersch, Ute und Michael Berger, Burkhard Rosskothen, Christel Schüpperhauer, Charly Banana, John Halpern, Thorbjøn Christiansen, Sigi Sander, Jürgen Olbrich und andere.

.................................................................................................................................

 

 

[zum Drachen]

Am 23., 24. und 25. September 1996 entsteht im Park von Schloss Moyland die Steinsetzung

15 f. Fafnir

Photographien von Uli Gau, Maurice Dorren, Dieter Koepplin, Essa Elke Havekost u.a.

.................................................................................................................................

[zu Apollon (einer seiner Titel ist „Gott der Tore“), und zum Drachen]

Am 25. September 1996 entsteht ebenfalls im Park von Schloss Moyland die Steinsetzung

Tor

Photographien von Uli Gau, Maurice Dorren

.................................................................................................................................

[zum Drachen, Apollon]

Am Morgen (7 Uhr) des 25. Mai 1997 zur Einweihung der beiden Steinsetzungen im Park von Schloss Moyland die etwa eineinhalbstündige Aktion

still more offerings to the dryads

Photographien von Uli Gau, Manfred Claus (eine seiner Photographien von diesem Morgen gewann den 1. Preis in einen Photowettbewerb in Moyland vor einigen Jahren)

.................................................................................................................................

[Apollon, Delphi]

Die Inschrift Erkenne dich selbst! /Chilon  

(Ausführung Ralf Drolshagen) an der Steingrotte des

von U We Claus für Michael Berger angelegten Sommer-Berger- Garten (2000-2003) in Amorbach / Odenwald

Photographien Michael Berger, Michael Fölsch u.a.

.................................................................................................................................

[Lorbeer, Mars Camulus-Stein, Apollon, Metamorphose, Drachen]

Am Mittwoch, dem 14. Februar 2007 filmen Burkhard Rosskothen und Werney Beyer von einfallsreichTV einige Szenen

mit U We Claus in Rindern und Moyland

u.a. die ‚Aufladung’ eines Lorbeer/Rosmarinkranzes am Mars Camulus-Stein in Rindern, einen Gang durch die 48 Eichen Schoßallee, eine ‚Reinigung’ an der Steinsetzung 15 f. Fafnir und eine kleine Aktion mit dem Lorbeer/Rosmarinkranz, Erde und Mond an der Steinsetzung Tor

Seit dem 1. März 2007 ist der für das Internetportal der Tageszeitung die WELT produzierte Film unter www.welt.de/Video/einfallsreichTV ins Netz gestellt.

.................................................................................................................................

[Lorbeer, Apollon, Metamorphose]

Vitrineninstallation Vitrine 1987-2007

mit sieben Arbeiten von U We Claus unter Verwendung einiger,

der am 14. Februar 2007 verwendeten Aktionsrelikte

Halo Halon (Aktionsobjekt) 1993,

Erde Mond 2007 und Corona 2007

Sammlung Best Rosskothen, Wiesbaden

Photographien von Burkhard Rosskothen